Dienstag, 2. Oktober 2012

New Zealand – South Island.

So flogen wir am 8. September von Sydney nach Christchurch. Wie vorgewarnt, wurden bei der Einreise die Schuhe pingelig kontrolliert. Und siehe da: Tatsächlich wurde bei Nadja ein Samen und Marius ein Stückchen Erde gefunden. Gratulation! Nach spezieller Reinigung durch eine zuständige Beamtin im Hinterzimmer wurde uns die Einreise aber doch noch gewährt.

Nach einer kurzen Nacht im Hostel übernahmen wir den neuen Camper: Grösser, stärker, schneller, älter als Cheapi in Australien und vor allem mit Heizung für die kalten Nächte in den Bergen.

Christchurch wurde 2010 und 2011 von starken Erdbeben und bis heute von vielen Nachbeben erschüttert. Grosse Teile der Innenstadt sind zerstört, abgesperrt und durch das Militär bewacht. Die Erdbeben wurden eigentlich in jedem Gespräch mit Lokalen irgendwie erwähnt, die Leute scheinen verständlicherweise sehr geprägt von diesen gravierenden Ereignissen. Auch für uns war es kaum fassbar, dass in wenigen Sekunden so viel zerstört werden kann.

Mit dem Ausblick von Christchurch auf die verschneiten Bergspitzen in der Ferne, erhöhte sich die Vorfreude auf die neuseeländischen Berge von Tag zu Tag.
Das erste Ziel war der Ort Mount Cook, wo wir von Schnee und Nebel begrüsst wurden. Wir dachten unsere Wanderpläne seien gestorben, bis uns die Dame vom DOC (die super Infobüros der Nationalpärke) sagte die Routen seien auch bei Schnee begehbar. Da wir nicht die Top Schneeausrüstung dabei haben, blieben wir skeptisch und warteten gespannt den nächsten Tag ab.
Tatsächlich parkten wir am Folgetag bei strahlendem Sonnenschein auf dem schneebedeckten Parkplatz. Daneben war ein Japaner daran sein Auto beziehungsweise dessen Räder im Schnee „einzufräsen“. Er stünde wohl heute noch dort, hätte ihm Marius nicht beim Anschieben geholfen.
Der Weg Richtung Mount Cook war (auch mit Marius‘ Wanderhalbschuhen) gut begehbar, die Wanderung traumhaft und unsere Erwartungen tausendfach übertroffen!

Nach dem Ausflug in die Berge begaben wir uns zurück an die Ostküste ins schottisch geprägte Städtchen Dunedin. Der Besuch der Schokoladenfabrik von Cadbury (bei wem dies auf der Wunschliste stand, ist vermutlich klar) und die gemäss Guiness Buch der Rekorde steilste Strasse der Welt standen auf dem Reiseprogramm.

Das nächste Highlight war eine Schiffsfahrt im Milford Sound. Das abgelegene und nur durch eine, sogar für Schweizer Verhältnisse extreme Bergstrasse erreichbare Gebiet an der Westküste ist geprägt von einem langen Meeresarm mit steilen und hohen Felswänden. Während der Schiffsfahrt im Fjord führten die Wasserfälle dank der langen vorgängigen Regenperiode trotz Sonnenschein viel Wasser und machten die Szenerie eindrücklicher.

In den Outdoor- und Adventurezentren Queenstown und Wanaka haben wir uns (einmal mehr) auf schöne Wanderungen mit noch schöneren Aussichten konzentriert. Top war die Besteigung des Roy’s Peak.
Zum guten Glück machten wir diesen Stopp mit dem Auto in mitten des Stadtzentrum und nicht irgendwo während der am Vortag (eigentlich unerlaubterweise) befahrenen 30km abgelegenen Kiesstrasse ohne Händyempfang…
… denn der Motor war danach tot. Und unser Camper entweder am Abschleppseil oder aufgeladen auf einem Abschlepptruck unterwegs. Einen Tag später hiess es umräumen und die Reise ging mit einem baugleichen-Modell weiter.


Die Route führte über den Haast-Pass an die Westküste. Wie er den Namen „Pass“ verdient hat, ist uns ein Rätsel.
Die raue Gegend mit viel Regen und vielen, lästigen Sandflies ist bekannt für die beiden gut zugänglichen Gletscher Fox und Franz Josef. Beide hauten uns nicht aus den Socken. Abgesehen davon, dass das Eis nur wenige Kilometer vom Meer entfernt ist, sind die Gletscher wenig spektakulär.
Mit einem Helikopterflug wäre dieser Eindruck wahrscheinlich anders gewesen, fliegen diese auch Non-Stopp über den Köpfen hin und her und wieder hin und her und….

Mit der Fahrt in den Norden wurde das Wetter freundlicher. Die Gegend rund um den Abel Tasman Nationalpark ist mit Beachforest und weissen Sandstränden verziert. (Wassertemp. leider nur 13 Grad) Und Ihr ahnt es, weil nix mit baden, stand eine Wanderung auf dem Programm… 

Ein Wassertaxi brachte uns in den meistbesuchten Nationalpark Neuseelands. Zurück folgten wir dem Abel Tasman Coastal Trek zum Campingplatz. Von welchem wir zwei Nächte später erfuhren, dass es ein „Nude-Camping“ ist… Zum Glück war Off-Season und wir die einzigen Campers…



Marlborough Sound war die letzte Region der Südinsel und ist bekannt für die vielen Weingüter.
Den 30. Geburtstag von Nadja feierten wir gebührlich. Mit dem Bike wurde Weingut um Weingut abgeklappert. Als alle Weine gleich schmeckten, radelten wir zum Italiener Rocco’s und liessen dort den Tag ausklingen

Bilder: New Zealand South Island.

Samstag, 15. September 2012

New South Wales.

Von Brisbane aus ging es nach Surfer’s Paradise. An einem breiten, weissen Sandstrand an der Gold Coast liegt dieser legendäre Ort. Der Strand war ja ganz ok, aber mit den Hochhäusern konnten wir uns nicht direkt anfreunden. Es blieb bei einem Mittagsstopp und ging weiter zu einem nicht weniger legendären Ort: Byron Bay. Ein hübsches Plätzchen, Anziehungspunkt vieler Surfer und Backpacker, und bis zum heutigen Tag ein beliebter Hippie Treffpunkt Uns lockte vor allem der schöne Walk rund um den bekannten Leuchtturm.

Der nächste Küstenort war Port Macquarie mit dem langersehnten Koala Hospital. In freier Natur, hatten wir leider nie einen Koala angetroffen (uns krochen ja eher die Schlangen zu). Nach bald zwei Monaten in der Heimat dieser süssen Tierchen, war es höchste Zeit sie live zu sehen. Im Hospital nehmen sie verletzte und kranke Tiere aus der Region auf, pflegen sie und setzten sie wenn möglich danach wieder aus. Auf einer Tour stellte uns ein Pfleger die einzelnen Tiere vor. Ganz rührend war die Geschichte von „Westhaven Barry“. Von seiner Sippe wegen einer verkrümmten Wirbelsäule ausgestossen, fanden Sie ihn ganz alleine und abgemagert in einem Park. Da diese Verkrümmung immer stärker wird, kann er alleine nicht mehr genügend Nahrung finden und hat einen fixen Platz im Koala Hospital bekommen. Rührend… Hin und weg von Koalas ging es weiter ins Hunter Valley, die bekannteste Weinregion im Umkreis von Sydney. Wir entschieden uns für den Besuch einiger Weingüter mit einer geführten Tour. So konnten wir uns beide voll und ganz dem Degustieren widmen und mussten uns nicht ums Fahren kümmern. Der Tag im Hunter Valley verging im Rausche.


Die letzte Wanderung auf australischem Boden unternahmen wir in den Blue Mountains. Blue, weil der Dunst der Eukalyptusbäume wie ein blauer Schimmer in der Luft liegt.
Kurz vor Einbruch eines heftigen Wetterumschwungs, erreichten wir gerade noch das Ziel der Wanderung. Kurze Zeit später, sank die Temperatur gegen null Grad und aus dem einsetzenden Regen wurde Schneefall. Nun gut, wir stellten uns auf eine Eisnacht im Camper ein. Als es aber plötzlich aus der Lüftung im Dach auf das Bett tropfte und für die ganze Nacht Schneeregen angesagt war, entschieden wir uns kurzer Hand in ein (trockenes, geheiztes) Motel umzuziehen. (Danke an den Vermieter für die Rückerstattung ;-) Am Morgen danach war die Sonne zurück, der Himmel im tiefsten blau leuchtend und „Cheapi“ vollständig mit Eis beschlagen. Das Motel hat sich definitiv gelohnt!!

Ja, und unseren Cheapi gaben wir dann nach 11‘087 gefahrenen Kilometer und 1‘178 Liter verbrauchtem Benzin in Sydney zurück. Er war ein guter und treuer Begleiter. Nach über 2 Monaten darin wohnen, hat das Ausräumen doch ein wenig länger gedauert als geplant…

Das Grande Finale war Sydney. Und die Stadt bildete einen sensationellen Abschluss. Australien bietet also doch noch etwas städtische Kultur. Neben den klassischen Sights wie Opera-House, Harbour Bridge und The Rocks, gefielen uns vor allem die Leute, die Vielfalt an kleinen Läden, Cafés, Bars und Restaurants, alles was eine Stadt erst wirklich interessant macht. So fuhren wir fleissig Bus, U-Bahn und schipperten mit der Fähre umher. Eher zufällig führte uns eine der vielen Bootsfahrten in den Buchten der Stadt an die Biennale of Sydney. Die Ausstellungen auf einer Insel mit brachliegenden Industriehallen beeindruckten uns.



Nach 70 Tagen Australien wartet mit Neuseeland das nächste Land auf uns. Und es hat bereits fulminant gestartet! Mehr dazu in der nächsten Ausgaben von …

Bilder: New South Wales.

Freitag, 31. August 2012

Queensland.

Nach fast drei Wochen im Outback waren wir also an der Ostküste angekommen. Es brauchte ein, zwei Tage Umgewöhnung zurück in der Zivilisation. Da hatten wir den Highway plötzlich nicht mehr für uns alleine und auf das uns angewöhnte, kule „Händewink-Grüssen“ der entgegenkommenden Fahrzeuge reagierte nur noch selten jemand…

Die folgenden Tage waren von unterschiedlichsten Walks im Regenwald geprägt. In mehreren Nationalpärken führten uns diese durch üppige Vegetation zu Wasserfällen oder schönen Aussichtspunkten. Dabei trafen wir auf viele Tiere, darunter die gefürchteten Schlangen. Gleich die erste Begegnung hatte es in sich: Sie befand sich direkt neben dem Weg und wollte einfach nicht abhauen. Wir stampften auf den Boden aber sie rührte sich nicht. Wir warteten. Und nach dem ca. vierten Stein, den wir nach ihr warfen, bewegte sie sich endlich ein wenig ins Dickicht. Mit Ästen und weiteren Steinen bewaffnet, wagten wir uns schliesslich vorbei zu rennen… Ein paar Meter weiter trafen wir zwei Aussies. „Snake?“ fragten sie uns. Sie müssen es an unseren Gesichtern erkannt haben… Gemäss unserem Beschrieb, war es eine Red Belly Black Snake. Eine der giftigsten Schlange in Australien… Wir brachten die Wanderung mit einem mulmigen Gefühl zu Ende.

Über das Atherton Tableland mit ungewohnt saftigen Wiesen, viele Chüeli und hügeliger Landschaft ging’s weiter in den Daintree Nationalpark nördlich von Cairns. Das Motto da: „Rainforest meets Ocean“. Mit Spaziergängen an Stränden, Salzwasser-Krokodil-Fütterung, Känguru-Streicheln, (beinahe) Beach-Camping und dem Rainforest Discovery Centre waren die Tage prall gefüllt. Mit Audio-Guide und Booklet ausgestattet, ging es in diesem spannenden Centre per Boardwalk hinauf in den Dschungel. Stufe um Stufe klettert und informiert man sich einen Turm hoch, bis zu den Kronen der gigantischen Bäume. Nach den vielen Kilometern im Regenwald war es spannend detaillierte Informationen über die exotische Flora und Fauna zu erhalten.

Am Cape Tribulation war unser nördlichster Punkt der Ostküste erreicht. Der ungewollte Ausflug auf die „4-WD-only-Strasse“ weiter in den Norden zeigte uns, dass wir mit „Cheapi“ nicht in die Welt der Pick-up Trucks und SUVs vordringen sollten. Diese brausten kul an uns vorbei und staubten uns voll. Zum Glück hatten wir es unbeschadet wieder zurück geschafft…

In Cairns stiessen Marius‘ Eltern zu uns. Es war ein freudiges Wiedersehen am Flughafen! Sie übernahmen ihren Campervan (etwas komfortabler als unsrer) und los ging der Roadtrip Richtung Brisbane. Das erste Highlight war der zweitägige Segelturn mit der „Iceberg“ in den Whitsunday Islands. Am Hafen in Airlie Beach empfingen uns Captain Dave (Prototyp der Spezies „Beach Aussie“: braungebrannt mit wehendem, ausgeblichenem, blondem Haar) und die fleissige Matrosin Sally . Sie sorgten für das seglerische und leibliche Wohl der Gruppe an Board. Das erste Ziel war die berühmte Whitehaven Beach. Wow, wie auf den Bildern. Weisser, feinster Sand, türkises Wasser. Fantastisch. Verschiedene Schnorchel- und Beachstopps durften nicht fehlen, die Withsundays liegen schliesslich im Great Barrier Reef. Es brauchte zwar Überwindung mit dem Schnorchel ins kühle Nass zu hüpfen dafür wurden wir mit der farbenprächtigen Unterwasserwelt belohnt.. Die Übernachtung im schaukelnden Schiff überstanden wir gut. Bei einigen wäre es ohne Stugeron© vielleicht anders rausgekommen…

Das zweite Highlight erreichten wir nach zwei weiteren, langen Tagen hinter dem Steuer. Rainbow Beach, Ausgangspunkt zu Fraser Island. Hier verwirklichen australische Männer ihre Bubenträume: Mit viel Ausrüstung und grossen Pick-up-Trucks stundenlang im Sand herum cruisen.
Unsere Tour ging einen Tag mit dem 4-WD-Bus und dem pausenlosen Gequatsche des Tourguides zum riesigen Süsswasserssee Lake McKenzie in mitten der Sandinsel. Mehr Sand als die Sahara soll sie beinhalten. Erstaunlich wie dort viele Pflanzen, darunter Jahrhunderte alte Bäume, aus dem Sand wachsen.

Ein bisschen ausruhen, endlich mal zu viert einen Schieber chlöpfe, ein erfolgloser Shopping-Tag in Noosa und bereits waren wir in Brisbane angekommen. Und bereits hiess es wieder Abschied nehmen von Marius‘ Eltern. Ein kurzer, aber intensiver und schöner gemeinsamer Roadtrip.

Brisbane war endlich mal wieder eine Stadt, eigentlich die erste wirkliche in Australien. Dementsprechend genossen wir die Leute, Hochhäuser, Restaurants und das echte Shopping!
Einen tollen Abend verbrachten wir in einem ebenso tollen Steak Restaurant mit Matthias (ein ausgewanderter Aroser) und seiner Frau Laura.

Vor uns steht der letzte Teil Australiens: Brisbane bis Sydney.

Bilder: Queensland.

Samstag, 28. Juli 2012

Northern Territory.

Die vielen Kilometer haben sich gelohnt, die Nationalpärke des Red Centers haben es wirklich in sich!

Nach zwei Tagen auf der Strasse folgte ein „Ruhetag“ in Alice Springs. Unsere Ruhetage bestehen hauptsächlich aus einkaufen, alle elektronischen Geräte aufladen, waschen usw.
Gespannt auf den magischen Berg ging es mit einer zusätzlichen „Strassen-Übernachtung“ und weiteren 450km Richtung Süden in den Uluru-Katja Tjuta Nationalpark.
Und dann war er zu sehen. Ayers Rock. Gemäss Karte zwar viel zu früh, aber sehr eindrücklich. Der rote Berg, ganz alleine und riesig, mitten im Nichts. Wir hatten ihn von Bildern runder und roter in Erinnerung, aber trotzdem, sehr eindrücklich. Und plötzlich merkten wir, dass man vom Mt. Connor Outlook nicht Ayers Rock sondern den Mt. Connor sieht. Ok, zu unserer Verteidigung, wie wir später erfuhren, wiederfährt diese Verwechslung auch vielen anderen.

Mit einem Sonnenaufgang, einem Sonnenuntergang und zwei Wanderungen, haben wir während zwei Tagen das volle Programm des Ayers Rock und der nicht minder spektakulären Olgas erlebt. Sehr schön, was Mutter Natur da in der Wüste gezaubert hat. Ebenfalls unvergesslich machen die Tage die eher tiefen Temperaturen in der Nacht. Der kälteste Winter im Red Center seit 30 Jahren, heisst es. Bis zu minus 3 Grad im Camper ohne Heizung waren nach fast 3 Monaten in der Tropenhitze schwer auszuhalten! Oder nur mit den vielen mit heissem Wasser gefüllten Bettpetflaschen.

Nicht schlecht staunten wir, als neben dem Duschmittel auch die Wasserschläuche des Vans eingefroren waren…Morgens liessen wir uns, mit einer heissen Tasse Kaffee in den Händen, von den ersten Sonnenstrahlen aufwärmen oder fuhren direkt nach dem Aufstehen los und drehten die Heizung voll auf.

Ungewohnte und wunderschöne Felslandschaften waren danach im Kings Canyon zu bestaunen. Mit dem Garten Eden, einer eigentlichen grünen, tropischen Oase in mitten der steinigen Landschaft und vielen durch Luft und Wasser erodierten Felsen, unserer Meinung nach die spannendste Attraktion des Red Centers. Die Schuhe, “Cheapi“ und vieles mehr gepudert mit rotem Sand führte uns der Highway zurück nach Alice Springs. Von wo wir die nächste und letzte grosse Fahrt an die Ostküste in Angriff nahmen.

Dank vielen spannenden Input, Focus, Roger gegen Roger und anderen Podcast’s (Danke DRS3!) sowie den ersten spanisch Lektionen von Coffee Break Spanish vergingen die nächsten rund 1‘600 Kilometer „fast“ wie im Fluge.





Schlafsäcke, Mützen und Faserpelz tief unten verstaut, starten wir jetzt mit der Ostküste!

Bilder: Northern Territory. (Die letzten 15 im Ordner sind neu...)

Dienstag, 10. Juli 2012

Bali. Australien.

Der australische Preisschock sitzt tief in den Gliedern. Hotel, Essen, Sights, die Preise haben sich einfach mal kurz verzehnfacht… Aber der Reihe nach: Mit vollen Energietanks und Lust auf neue Aktivitäten hatten wir die Gilis nach einer Woche verlassen. Das Ziel der Speedboat- und Busreise war der Ort Ubud im Inselinnern von Bali.

Für eine Tempel-Sightseeing Tour haben wir uns einen Tag lang mit dem Privat-Chauffeur (wie so üblich auf der Weltreise) rund um Ubud fahren lassen. Der Besuch einer Kaffee-Plantage inklusive Degustation der verschiedensten Kaffees, die Aussicht auf den Vulkansee des Mount Batur, sowie mehrere Reisfelder und die Tempelanlage Besakih waren Teil unserer Ausfahrt.

Die restlichen Tage in Ubud war Roller fahren angesagt. Die für zwei Franken pro Tag gemietete Honda wurde zum (und vor allem Marius‘) stetigen Begleiter. Ob für weitere Tempelbesichtigungen oder das Abklappern aller Shoppingzentren und Supermärkten, der Roller war dabei. Super war die Schmuckmeile ausserhalb von Ubud, wo es Schmuck zum Einkaufspreis gibt. Ein Traum! Am Abend durfte der Besuch einer der berühmten Tanzshows nicht fehlen. Faszinierende Kostüme und zum Abschluss tanzte ein hypnotisierter Mann durch Feuer und Glut.

Mit dem Abschluss der drei Monate Asien ist bereits der erste Teil unserer Weltreise vorbei. Mit Wehmut aber grosser Vorfreude bestiegen wir den Jetstar-Flieger nach Darwin.

Und da sind wir jetzt am verdauen des Preis- und wahrhaftigen Kulturschocks. So viel „Westliches“ waren wir uns nicht mehr gewohnt (trotz etwas Akklimatisationszeit im Mallorca der Australier).

Nach dem EM-Final (von 04.15 bis 06.00 morgens Lokalzeit), einem riesigen Feuerwerk (zu unseren Ehren? Nein, Territory Day, was denn sonst…) und 2 Nächten im gefühlten teuersten Backpacker der Welt konnten wir ihn dann endlich entgegennehmen, unseren Cheapa Campa Hitop Campervan namens „Cheapi“. Our new friend. Nicht jeden Tag ein- und auspacken und für länger mit demselben Bett unterwegs, das ist jetzt genau das Richtige!
Es ist eine wahre Freude nach drei Monaten in Restaurants selber einkaufen und kochen. Endlich wiedermal Müesli am Morgen, einen gesunden, knackigen Salat oder ein gutes Stück Fleisch gegrillt am offenen Feuer neben dem Camper, hhhmmmmmm! Nach ein paar Tagen hat sich nun auch die Gebissmuskulatur von Reis und Nudeln an festes Brot umgewöhnt...

Die ersten Tage mit Cheapi verbrachten wir in den Nationalparks Litchfield und Kakadu. Schöne Wasserfälle, dicht bewachsenen Canyons mit Badepools, steile Sandsteincliffs und unendlich scheinendes Bush Gebiet dominieren die Landschaft hier. Die Parks sind gut erschlossen und mit einfachen Campingplätzen ausgestattet. Neben vielen gesichteten Tieren, durften wir durch die Ranger-Talks wertvolles über Kultur und Geschichte der Aborigines erfahren. Wir haben kurze Wanderungen unternommen und liessen uns von der Weitsicht über Arnhem Land verzaubern.

Am ersten Nachmittag staunten wir nicht schlecht, als sich ein riesiges Salzwasser Krokodil am Flussufer bei unserem Campingplatz sonnte. Die sind hier sehr gefürchtet und können auch schon Mal ein Pferd verschlingen.

Mit den vielen nützlichen Tipps der netten und offenen australischen Campingfreaks, werden wir Neulinge zu wahren Camping-Experten ausgebildet. Zugegeben, die meisten Tipps verstehen wir erst bei der dritten Wiederholung...der Aussie-Slang ist gewöhnungsbedürftig.



Morgen nehmen wir die 1‘500 Kilometer auf dem Stuart Highway nach Alice Springs unter die Räder.

Bilder: Gili Air, Bali, Northern Territory (Australien)

Mittwoch, 20. Juni 2012

Indonesia.

Gelandet in Yogyakarta mussten wir uns nach dem durchorganisierten Singapore erst Mal wieder auf die normalen asiatischen Gepflogenheiten einstimmen. Jede Kleinigkeit nachfragen, die Preise drücken und es auch locker nehmen, wenn mal etwas nicht so ist wie erwartet oder überhaupt nicht funktioniert… Natürlich wurden wir als gutgläubige Touristen vom ersten Becap Fahrer massiv übers Ohr gehauen... aber die zwei Franken lassen sich doch relativ einfach „verkraften“.

Die „kulturelle“ Hauptstadt von Indonesien war unsere Basis für verschiedenste Aktivitäten. Wir unternahmen Ausflüge zu den Tempelanlagen Prambanan (hinduistisch) und Borobudur (buddhistisch). Yogya selber ist eine lebendige Stadt, die Strassen sind überfüllt mit Menschen, Motorrädern, Pferdekutschen und Becaps. Im Stadtzentrum befindet sich der Kraton, der Sitz des noch aktiven aber nur mit repräsentativen Aufgaben ausgestatteten Sultans. Bei der Besichtigung fühlten wir uns ca. 30 Jahre zurück versetzt, alle Geschenke und Orden von allen Nationen der Welt sind verstaubt und teilweise uralt. Passend dazu besteht die Garde aus pensionierten Beamten (von ca. 60 – 90 Jahren). Sie sitzen in grosser Anzahl im Palast verteilt rum, spielen Karten, trinken Tee und rauchen die beliebten Nelken Zigaretten.

Ein Highlight war der Kochkurs im ViaVia Cafe (Danke Cyril). Nach dem Einkauf aller frischen Zutaten auf dem lokalen Markt wurden wir in die Geheimnisse der indonesischen Küche eingeweiht. Neben verschiedensten scharfen und süssen Saucen gab es Tintenfisch, Tempe, Tofu mit Gemüse und Chilli eingewickelt in Bananenblätter sowie Coconut-Reis (Geburtstagsvariante in Gelb) und verschiedenste Cracker. Ein Traum!
Am gleichen Abend machten wir uns auf für die Besteigung des Mount Merapis, einem der aktivsten Vulkane der Erde. Die Nacht mehr oder weniger durchgewandert, standen wir beim Sonnenaufgang auf dem Gipfel des 2760 Meter hohen Berges und genossen die Weitsicht (und den freien Blick auf kochende Lava).

Für den Transfer von Yogyakarta nach Bali buchten wir eine 3 tägige Tour inklusive dem Mount Bromo und dem Mount Ijen. Im schwer durchschaubaren Haifischbecken der Operator und Subcontractors kann man sich bis zum Schluss nicht sicher sein, wie die Tour genau aussieht, wo man übernachtet, welche Transportmittel man nimmt usw…Nach einigen Abklärungen und Abwägungen haben wir uns Gusti von Ari Tours anvertraut. Hatte er uns nach Ankunft schon zum Hotel geführt und uns ab diesem Zeitpunkt „betreut“, hatten wir irgendwie das Gefühl, das ist der Richtige. Er war einfach ein sau guter Verkäufer. Auf der Tour stellten wir schnell fest, dass er uns direkt ins Gesicht log. Same, same but different...
Aber ja, nach einigen Gesprächen mit anderen die dieselbe Tour gemacht haben, wissen wir die Verkäufer sind Teil des Abenteuers. Im Vergleich zu andern kamen wir sogar gut weg. Und wir konnten das Erlebnis zusammen mit einer kulen Gruppe absolut geniessen.

Der Mount Bromo ist einer von 3 aktiven Vulkanen in einem 10 Kilometer grosser Krater. Für den Sonnenaufgang wurden wir mit 4x4 Jeeps (wäre mit dem Passat aber natürlich auch gegangen:-))auf den äussersten Kraterrand (Fotos, Fotos) und danach in den Krater zum Fusse des Mount Bromos gefahren. Für uns „Alpen-Erfahrenen“ eine ungewohnte und darum sehr eindrückliche, extrem schöne Berglandschaft.

Der zweite Stopp war der Mount Ijen. Aus dem Sulfat See im Inneren des Kraters bauen 100erte von Männern Sulfat ab und schaffen die riesige Last mit Körben von bis zu 80 kg über 3 km und mehrerer hundert Höhenmeter zur Strasse. Landschaftlich unglaublich schön, aber auch bedrückend zu sehen, wie diese lebensgefährliche Arbeit ohne Schutzmassnahmen ausgeführt wird! Den Touristen empfehlen sie einen maximalen Aufenthalt von einer Stunde in diesem Gebiet. Die lokalen Arbeiter verbringen Ihr ganzes Leben da… Werden todkrank dabei. Erstaunlich wie aufgestellt sie trotzdem sind.

Den Abschluss der Tour bildete die 5 stündige Fahrt nach Bali, im totalen Zigarettenrauch, auf 30 cm breiten Sitzen, bei über 30 Grad im wohl übelsten, lokalen Bus den sie auftreiben konnten.
Vollgequetscht zu 7 im Minibus gings zur Erholung zwei Tage nach Sanur im Osten von Bali. Von wo wir mit dem Speedboat und 5x 250 PS starken Motoren weiter auf die Gili Islands flogen. Ein komischer Begriff, da „Gilli“ auf Indonesisch Insel bedeutet…

Und da weilen wir nun, auf Gilli Air (Wasserinsel) und frönen wiedermal dem Süssen nichts tun… Also ganz nichts ist es ja nicht, wir machen jeden Morgen Yoga, gehen schnorcheln und am Abend ist Sonnenuntergang gucken angesagt. Ein Traum, wie die feurige Kugel im Meer versinkt. So verfliegen die Tage. Zum Glück tickt die Uhr hier langsamer. Bereits in einer Woche sind wir in Australien!

Samstag, 9. Juni 2012

Palawan. Singapore.

Und bereits sind unsere Ferien wieder vorbei und der harte Reisealltag hat uns wieder fest im Griff.
Wir haben die zwei Wochen aber in vollen Zügen genossen!
Mit dem Stopover Hotel Holiday Inn am Flughafen von Clark Manila haben wir zwar unser Budget massiv überschritten, dafür hatten wir den Schweiss auf der Stirn für einmal nicht von der tropischen Feuchte, sondern vom Sport im Fitnessraum.
Der erste Stopp auf Palawan war in Port Barton. Weil uns der Ort nicht wirklich überzeugte und wir uns einfach nicht anfreunden konnten mit dem Plätzchen, zog es uns schon bald raus auf eine einsame Insel: Cacnipa Island mit dem paradisischen Coconut Garden Island Resort. Kleiner aber feiner Traumstrand, wenige Gäste, gutes Essen und ein schönes Cottage mit Meersicht zum Schnäppchenpreis... Die paar Tage auf der Insel haben wir locker mit faulenzen, lesen, faulenzen, jassen, essen, sünnele, lesen, Hängematte liegen, essen, dem Meer zu hören, sünnele, faulenzen, jassen, essen, lesen, Hängematte liegen, … verbracht.
Die Weiterreise nach El Nido konnten wir leider nicht mit dem Schiff machen. Dafür kamen wir in den Genuss einer Busfahrt im wahrsten Sinne „on the bus“. Zusammen mit zwei Israeli, mehreren Philippinos, einem riesigen Fisch und einem Hund in einem Sack verbrachten wir die zweistündige Fahrt mangels Platz drinnen, auf dem Dach des Jeepneys. Ein unvergessliches Gefühl! Zum Glück hatte es keinen Platz mehr im Bus!
In El Nido, der touristischen Hochburg von Palawan, sind die eigentliche Attraktion die Island-Hopping-Schnorchel-Touren. Obwohl uns mit dem Wechsel nach El Nido das Wetterglück verlassen hatte, konnten wir zwei Touren mehr oder weniger ohne Regen geniessen. Türkis farbene Lagunen, (wohl nicht mehr ganz so) geheime Strände und wunderschöne Schorchelplätze gepaart mit einem feinen Lunch-Buffet am Strand und einem easy Guide, was will man mehr. Einziger Wehrmutstropfen waren die Quallen Bisse, welche noch heute (7 Tage nachher) mit roten Flecken unsere Beine markieren und jucken.
Dank unseren drei „Schweizer“ Krankenschwestern waren wir mittendrin in der El Nido-Soap mit allen lustigen und schrägen Darstellern wie dem Kanadier Wayne, die New Yorkerin „Hackfresse“, Rick der Rasta Australier, die Transe „Madame“ und viele mehr… Danke Elfi, Heike und Maria, es war ein kule Zeit mit euch.
Zu Ende gingen unsere Ferien mit einer langen Busfahrt und einem Tag in Puerto Princesa.

Ausgeruht und voller Vorfreude auf eine grosse Stadt, ging es weiter nach Singapore. Den eintägigen Aufenthalt ausgenutzt, haben wir sehr gut gegessen und alle „Sights“ zu Fuss abgeklappert. Das war eine ganz schöne Leistung, bei 34 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit… und die Drinks am Abend in der obersten Etage (70) im Swissôtel mit atemberaubender Aussicht über Singapore darum absolut verdient.