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Samstag, 15. September 2012

New South Wales.

Von Brisbane aus ging es nach Surfer’s Paradise. An einem breiten, weissen Sandstrand an der Gold Coast liegt dieser legendäre Ort. Der Strand war ja ganz ok, aber mit den Hochhäusern konnten wir uns nicht direkt anfreunden. Es blieb bei einem Mittagsstopp und ging weiter zu einem nicht weniger legendären Ort: Byron Bay. Ein hübsches Plätzchen, Anziehungspunkt vieler Surfer und Backpacker, und bis zum heutigen Tag ein beliebter Hippie Treffpunkt Uns lockte vor allem der schöne Walk rund um den bekannten Leuchtturm.

Der nächste Küstenort war Port Macquarie mit dem langersehnten Koala Hospital. In freier Natur, hatten wir leider nie einen Koala angetroffen (uns krochen ja eher die Schlangen zu). Nach bald zwei Monaten in der Heimat dieser süssen Tierchen, war es höchste Zeit sie live zu sehen. Im Hospital nehmen sie verletzte und kranke Tiere aus der Region auf, pflegen sie und setzten sie wenn möglich danach wieder aus. Auf einer Tour stellte uns ein Pfleger die einzelnen Tiere vor. Ganz rührend war die Geschichte von „Westhaven Barry“. Von seiner Sippe wegen einer verkrümmten Wirbelsäule ausgestossen, fanden Sie ihn ganz alleine und abgemagert in einem Park. Da diese Verkrümmung immer stärker wird, kann er alleine nicht mehr genügend Nahrung finden und hat einen fixen Platz im Koala Hospital bekommen. Rührend… Hin und weg von Koalas ging es weiter ins Hunter Valley, die bekannteste Weinregion im Umkreis von Sydney. Wir entschieden uns für den Besuch einiger Weingüter mit einer geführten Tour. So konnten wir uns beide voll und ganz dem Degustieren widmen und mussten uns nicht ums Fahren kümmern. Der Tag im Hunter Valley verging im Rausche.


Die letzte Wanderung auf australischem Boden unternahmen wir in den Blue Mountains. Blue, weil der Dunst der Eukalyptusbäume wie ein blauer Schimmer in der Luft liegt.
Kurz vor Einbruch eines heftigen Wetterumschwungs, erreichten wir gerade noch das Ziel der Wanderung. Kurze Zeit später, sank die Temperatur gegen null Grad und aus dem einsetzenden Regen wurde Schneefall. Nun gut, wir stellten uns auf eine Eisnacht im Camper ein. Als es aber plötzlich aus der Lüftung im Dach auf das Bett tropfte und für die ganze Nacht Schneeregen angesagt war, entschieden wir uns kurzer Hand in ein (trockenes, geheiztes) Motel umzuziehen. (Danke an den Vermieter für die Rückerstattung ;-) Am Morgen danach war die Sonne zurück, der Himmel im tiefsten blau leuchtend und „Cheapi“ vollständig mit Eis beschlagen. Das Motel hat sich definitiv gelohnt!!

Ja, und unseren Cheapi gaben wir dann nach 11‘087 gefahrenen Kilometer und 1‘178 Liter verbrauchtem Benzin in Sydney zurück. Er war ein guter und treuer Begleiter. Nach über 2 Monaten darin wohnen, hat das Ausräumen doch ein wenig länger gedauert als geplant…

Das Grande Finale war Sydney. Und die Stadt bildete einen sensationellen Abschluss. Australien bietet also doch noch etwas städtische Kultur. Neben den klassischen Sights wie Opera-House, Harbour Bridge und The Rocks, gefielen uns vor allem die Leute, die Vielfalt an kleinen Läden, Cafés, Bars und Restaurants, alles was eine Stadt erst wirklich interessant macht. So fuhren wir fleissig Bus, U-Bahn und schipperten mit der Fähre umher. Eher zufällig führte uns eine der vielen Bootsfahrten in den Buchten der Stadt an die Biennale of Sydney. Die Ausstellungen auf einer Insel mit brachliegenden Industriehallen beeindruckten uns.



Nach 70 Tagen Australien wartet mit Neuseeland das nächste Land auf uns. Und es hat bereits fulminant gestartet! Mehr dazu in der nächsten Ausgaben von …

Bilder: New South Wales.

Freitag, 31. August 2012

Queensland.

Nach fast drei Wochen im Outback waren wir also an der Ostküste angekommen. Es brauchte ein, zwei Tage Umgewöhnung zurück in der Zivilisation. Da hatten wir den Highway plötzlich nicht mehr für uns alleine und auf das uns angewöhnte, kule „Händewink-Grüssen“ der entgegenkommenden Fahrzeuge reagierte nur noch selten jemand…

Die folgenden Tage waren von unterschiedlichsten Walks im Regenwald geprägt. In mehreren Nationalpärken führten uns diese durch üppige Vegetation zu Wasserfällen oder schönen Aussichtspunkten. Dabei trafen wir auf viele Tiere, darunter die gefürchteten Schlangen. Gleich die erste Begegnung hatte es in sich: Sie befand sich direkt neben dem Weg und wollte einfach nicht abhauen. Wir stampften auf den Boden aber sie rührte sich nicht. Wir warteten. Und nach dem ca. vierten Stein, den wir nach ihr warfen, bewegte sie sich endlich ein wenig ins Dickicht. Mit Ästen und weiteren Steinen bewaffnet, wagten wir uns schliesslich vorbei zu rennen… Ein paar Meter weiter trafen wir zwei Aussies. „Snake?“ fragten sie uns. Sie müssen es an unseren Gesichtern erkannt haben… Gemäss unserem Beschrieb, war es eine Red Belly Black Snake. Eine der giftigsten Schlange in Australien… Wir brachten die Wanderung mit einem mulmigen Gefühl zu Ende.

Über das Atherton Tableland mit ungewohnt saftigen Wiesen, viele Chüeli und hügeliger Landschaft ging’s weiter in den Daintree Nationalpark nördlich von Cairns. Das Motto da: „Rainforest meets Ocean“. Mit Spaziergängen an Stränden, Salzwasser-Krokodil-Fütterung, Känguru-Streicheln, (beinahe) Beach-Camping und dem Rainforest Discovery Centre waren die Tage prall gefüllt. Mit Audio-Guide und Booklet ausgestattet, ging es in diesem spannenden Centre per Boardwalk hinauf in den Dschungel. Stufe um Stufe klettert und informiert man sich einen Turm hoch, bis zu den Kronen der gigantischen Bäume. Nach den vielen Kilometern im Regenwald war es spannend detaillierte Informationen über die exotische Flora und Fauna zu erhalten.

Am Cape Tribulation war unser nördlichster Punkt der Ostküste erreicht. Der ungewollte Ausflug auf die „4-WD-only-Strasse“ weiter in den Norden zeigte uns, dass wir mit „Cheapi“ nicht in die Welt der Pick-up Trucks und SUVs vordringen sollten. Diese brausten kul an uns vorbei und staubten uns voll. Zum Glück hatten wir es unbeschadet wieder zurück geschafft…

In Cairns stiessen Marius‘ Eltern zu uns. Es war ein freudiges Wiedersehen am Flughafen! Sie übernahmen ihren Campervan (etwas komfortabler als unsrer) und los ging der Roadtrip Richtung Brisbane. Das erste Highlight war der zweitägige Segelturn mit der „Iceberg“ in den Whitsunday Islands. Am Hafen in Airlie Beach empfingen uns Captain Dave (Prototyp der Spezies „Beach Aussie“: braungebrannt mit wehendem, ausgeblichenem, blondem Haar) und die fleissige Matrosin Sally . Sie sorgten für das seglerische und leibliche Wohl der Gruppe an Board. Das erste Ziel war die berühmte Whitehaven Beach. Wow, wie auf den Bildern. Weisser, feinster Sand, türkises Wasser. Fantastisch. Verschiedene Schnorchel- und Beachstopps durften nicht fehlen, die Withsundays liegen schliesslich im Great Barrier Reef. Es brauchte zwar Überwindung mit dem Schnorchel ins kühle Nass zu hüpfen dafür wurden wir mit der farbenprächtigen Unterwasserwelt belohnt.. Die Übernachtung im schaukelnden Schiff überstanden wir gut. Bei einigen wäre es ohne Stugeron© vielleicht anders rausgekommen…

Das zweite Highlight erreichten wir nach zwei weiteren, langen Tagen hinter dem Steuer. Rainbow Beach, Ausgangspunkt zu Fraser Island. Hier verwirklichen australische Männer ihre Bubenträume: Mit viel Ausrüstung und grossen Pick-up-Trucks stundenlang im Sand herum cruisen.
Unsere Tour ging einen Tag mit dem 4-WD-Bus und dem pausenlosen Gequatsche des Tourguides zum riesigen Süsswasserssee Lake McKenzie in mitten der Sandinsel. Mehr Sand als die Sahara soll sie beinhalten. Erstaunlich wie dort viele Pflanzen, darunter Jahrhunderte alte Bäume, aus dem Sand wachsen.

Ein bisschen ausruhen, endlich mal zu viert einen Schieber chlöpfe, ein erfolgloser Shopping-Tag in Noosa und bereits waren wir in Brisbane angekommen. Und bereits hiess es wieder Abschied nehmen von Marius‘ Eltern. Ein kurzer, aber intensiver und schöner gemeinsamer Roadtrip.

Brisbane war endlich mal wieder eine Stadt, eigentlich die erste wirkliche in Australien. Dementsprechend genossen wir die Leute, Hochhäuser, Restaurants und das echte Shopping!
Einen tollen Abend verbrachten wir in einem ebenso tollen Steak Restaurant mit Matthias (ein ausgewanderter Aroser) und seiner Frau Laura.

Vor uns steht der letzte Teil Australiens: Brisbane bis Sydney.

Bilder: Queensland.

Samstag, 28. Juli 2012

Northern Territory.

Die vielen Kilometer haben sich gelohnt, die Nationalpärke des Red Centers haben es wirklich in sich!

Nach zwei Tagen auf der Strasse folgte ein „Ruhetag“ in Alice Springs. Unsere Ruhetage bestehen hauptsächlich aus einkaufen, alle elektronischen Geräte aufladen, waschen usw.
Gespannt auf den magischen Berg ging es mit einer zusätzlichen „Strassen-Übernachtung“ und weiteren 450km Richtung Süden in den Uluru-Katja Tjuta Nationalpark.
Und dann war er zu sehen. Ayers Rock. Gemäss Karte zwar viel zu früh, aber sehr eindrücklich. Der rote Berg, ganz alleine und riesig, mitten im Nichts. Wir hatten ihn von Bildern runder und roter in Erinnerung, aber trotzdem, sehr eindrücklich. Und plötzlich merkten wir, dass man vom Mt. Connor Outlook nicht Ayers Rock sondern den Mt. Connor sieht. Ok, zu unserer Verteidigung, wie wir später erfuhren, wiederfährt diese Verwechslung auch vielen anderen.

Mit einem Sonnenaufgang, einem Sonnenuntergang und zwei Wanderungen, haben wir während zwei Tagen das volle Programm des Ayers Rock und der nicht minder spektakulären Olgas erlebt. Sehr schön, was Mutter Natur da in der Wüste gezaubert hat. Ebenfalls unvergesslich machen die Tage die eher tiefen Temperaturen in der Nacht. Der kälteste Winter im Red Center seit 30 Jahren, heisst es. Bis zu minus 3 Grad im Camper ohne Heizung waren nach fast 3 Monaten in der Tropenhitze schwer auszuhalten! Oder nur mit den vielen mit heissem Wasser gefüllten Bettpetflaschen.

Nicht schlecht staunten wir, als neben dem Duschmittel auch die Wasserschläuche des Vans eingefroren waren…Morgens liessen wir uns, mit einer heissen Tasse Kaffee in den Händen, von den ersten Sonnenstrahlen aufwärmen oder fuhren direkt nach dem Aufstehen los und drehten die Heizung voll auf.

Ungewohnte und wunderschöne Felslandschaften waren danach im Kings Canyon zu bestaunen. Mit dem Garten Eden, einer eigentlichen grünen, tropischen Oase in mitten der steinigen Landschaft und vielen durch Luft und Wasser erodierten Felsen, unserer Meinung nach die spannendste Attraktion des Red Centers. Die Schuhe, “Cheapi“ und vieles mehr gepudert mit rotem Sand führte uns der Highway zurück nach Alice Springs. Von wo wir die nächste und letzte grosse Fahrt an die Ostküste in Angriff nahmen.

Dank vielen spannenden Input, Focus, Roger gegen Roger und anderen Podcast’s (Danke DRS3!) sowie den ersten spanisch Lektionen von Coffee Break Spanish vergingen die nächsten rund 1‘600 Kilometer „fast“ wie im Fluge.





Schlafsäcke, Mützen und Faserpelz tief unten verstaut, starten wir jetzt mit der Ostküste!

Bilder: Northern Territory. (Die letzten 15 im Ordner sind neu...)

Dienstag, 10. Juli 2012

Bali. Australien.

Der australische Preisschock sitzt tief in den Gliedern. Hotel, Essen, Sights, die Preise haben sich einfach mal kurz verzehnfacht… Aber der Reihe nach: Mit vollen Energietanks und Lust auf neue Aktivitäten hatten wir die Gilis nach einer Woche verlassen. Das Ziel der Speedboat- und Busreise war der Ort Ubud im Inselinnern von Bali.

Für eine Tempel-Sightseeing Tour haben wir uns einen Tag lang mit dem Privat-Chauffeur (wie so üblich auf der Weltreise) rund um Ubud fahren lassen. Der Besuch einer Kaffee-Plantage inklusive Degustation der verschiedensten Kaffees, die Aussicht auf den Vulkansee des Mount Batur, sowie mehrere Reisfelder und die Tempelanlage Besakih waren Teil unserer Ausfahrt.

Die restlichen Tage in Ubud war Roller fahren angesagt. Die für zwei Franken pro Tag gemietete Honda wurde zum (und vor allem Marius‘) stetigen Begleiter. Ob für weitere Tempelbesichtigungen oder das Abklappern aller Shoppingzentren und Supermärkten, der Roller war dabei. Super war die Schmuckmeile ausserhalb von Ubud, wo es Schmuck zum Einkaufspreis gibt. Ein Traum! Am Abend durfte der Besuch einer der berühmten Tanzshows nicht fehlen. Faszinierende Kostüme und zum Abschluss tanzte ein hypnotisierter Mann durch Feuer und Glut.

Mit dem Abschluss der drei Monate Asien ist bereits der erste Teil unserer Weltreise vorbei. Mit Wehmut aber grosser Vorfreude bestiegen wir den Jetstar-Flieger nach Darwin.

Und da sind wir jetzt am verdauen des Preis- und wahrhaftigen Kulturschocks. So viel „Westliches“ waren wir uns nicht mehr gewohnt (trotz etwas Akklimatisationszeit im Mallorca der Australier).

Nach dem EM-Final (von 04.15 bis 06.00 morgens Lokalzeit), einem riesigen Feuerwerk (zu unseren Ehren? Nein, Territory Day, was denn sonst…) und 2 Nächten im gefühlten teuersten Backpacker der Welt konnten wir ihn dann endlich entgegennehmen, unseren Cheapa Campa Hitop Campervan namens „Cheapi“. Our new friend. Nicht jeden Tag ein- und auspacken und für länger mit demselben Bett unterwegs, das ist jetzt genau das Richtige!
Es ist eine wahre Freude nach drei Monaten in Restaurants selber einkaufen und kochen. Endlich wiedermal Müesli am Morgen, einen gesunden, knackigen Salat oder ein gutes Stück Fleisch gegrillt am offenen Feuer neben dem Camper, hhhmmmmmm! Nach ein paar Tagen hat sich nun auch die Gebissmuskulatur von Reis und Nudeln an festes Brot umgewöhnt...

Die ersten Tage mit Cheapi verbrachten wir in den Nationalparks Litchfield und Kakadu. Schöne Wasserfälle, dicht bewachsenen Canyons mit Badepools, steile Sandsteincliffs und unendlich scheinendes Bush Gebiet dominieren die Landschaft hier. Die Parks sind gut erschlossen und mit einfachen Campingplätzen ausgestattet. Neben vielen gesichteten Tieren, durften wir durch die Ranger-Talks wertvolles über Kultur und Geschichte der Aborigines erfahren. Wir haben kurze Wanderungen unternommen und liessen uns von der Weitsicht über Arnhem Land verzaubern.

Am ersten Nachmittag staunten wir nicht schlecht, als sich ein riesiges Salzwasser Krokodil am Flussufer bei unserem Campingplatz sonnte. Die sind hier sehr gefürchtet und können auch schon Mal ein Pferd verschlingen.

Mit den vielen nützlichen Tipps der netten und offenen australischen Campingfreaks, werden wir Neulinge zu wahren Camping-Experten ausgebildet. Zugegeben, die meisten Tipps verstehen wir erst bei der dritten Wiederholung...der Aussie-Slang ist gewöhnungsbedürftig.



Morgen nehmen wir die 1‘500 Kilometer auf dem Stuart Highway nach Alice Springs unter die Räder.

Bilder: Gili Air, Bali, Northern Territory (Australien)